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1.4 Internet-Organisationen

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Inhaltsverzeichnis "Internet-Organisationen"
1.4.1 Einführung
1.4.2 Die ICANN
1.4.3 IANA
1.4.4 Das W3C
1.4.5 RIPE
1.4.6 CORE
1.4.7 ITU
1.4.8 IETF
1.4.9 ETSI


1.4.1 Einführung

Einige Organisationen tragen maßgeblich zur Entwicklung des Netzes bei. Es ist wichtig, einige Fakten und Daten über diese Organisationen zu kennen, um das Netz verstehen zu können. Nach oben

1.4.2 Die ICANN

"ICANN" ist eine Abkürzung für "Internet Corporation for Assigned Names and Numbers". Der Sitz der Organisation ist in Los Angeles/USA, die Organsisation arbeitet nicht-kommerziell und ist international orientiert.

Die ICANN ist, wie der Name vermuten lässt, für technische Aspekte des Netzes zuständig, mit besonderem Fokus auf die verschiedenen Namens- und IP-Räume. Das Domain Name System untersteht der ICANN, genauso wie es Aufgabe der Organisation ist, über neue Internet-Protokolle zu entscheiden. Daher wurde die ICANN schon mehrmals als "Internet-Regierung" bezeichnet, was natürlich nur eingeschränkt zutrifft.

Vor der Gründung der ICANN im Jahre 1998 hatte die US-Regierung de facto die Kontrolle über wesentliche Bereiche der Internet-Verwaltung. 1997 wurde von Bill Clinton beschlossen, das Domain Name System zu privatisieren. Hinzu kam, dass damals die Einführung neuer Top Level-Domains geplant war. Das führte zu Konflikten mit der Firma Network Solutions Inc., die für wesentliche Domain-Datenbanken zuständig ist. Network Solutions weigerte sich, die neuen Top Level-Domains einzutragen. Im Laufe des Konflikts schlug sich die US-Regierung auf die Seite von Network Solutions und legte in der folgenden Zeit zwei Entwürfe zur zukünftigen Domain-Verwaltung vor. Diese gerieten jedoch in internationale Kritik, war doch in den Dokumenten erkennbar, dass die USA weiterhin die wesentliche Kontrolle über das Internet behalten wollten. Die US-Regierung lenkte schließlich ein, die Gründund der ICANN als internationale, teilweise demokratische Organisation wurde beschlossen.

Die wesentlichen Entschlüsse der ICANN werden im Vorstand, auch "Board" genannt, getroffen. 15 Direktoren stimmen dort über wesentliche Fragen ab, beraten und unterstützt von 6 nicht-stimmberechtigten Mitgliedern. 5 dieser beratenden Mitglieder werden von div. ICANN-Unterorganisationen entsandt, einer von der IETF.

Im Gegensatz zum ursprünglichen Entwurf - 9 stimmberechtigte Direktoren sollten von den Internet-Nutzern gewählt werden, 9 weitere von diversen Unterorganisationen - sieht die neue ICANN-Organisationsstruktur vor, dass zunächst 6 der stimmberechtigten 15 Direktoren von drei ICANN-Unterorganisationen bestimmt werden: jeweils zwei von der ASO, der GNSO und der CCNSO.

Weitere 8 sollen vom "ICANN Nominating Committee" bestimmt werden. Der letze Direktor, der Vorsitzende des Boards, wird schließlich von den anderen Direktoren gewählt.

Um die Machtverteilung innerhalb der ICANN zu verstehen, muss man sich daher mit den diversen wahlberechtigten Organisationen befassen:



Insgesamt lässt sich festhalten, dass die ICANN also eindeutig von Interessenvertretern dominiert wird. Die Internet-Surfer, das "Volk", hat nur - sehr beschränkten - Einfluss im Nominating Committee. Die alte ICANN-Struktur war da demokratischer, hier war schließlich vorgesehen, dass die Hälfte der stimmberechtigten Direktoren demokratisch legitimiert wird.

Zusätzlich dazu gibt es in noch diverse ICANN-Unterorganisationen, die zwar keinen direkten Einfluss aufs Board haben, nichtsdestotrotz aber eine wichtige Rolle in der Internet-Verwaltung spielen. Unter anderem handelt es sich dabei um diese beiden:



Organigramm: http://www.icann.org/committees/evol-reform/svensson-chart-02oct02.pdf
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1.4.3 IANA

Die IANA war die Vorgängerun der ICANN und ist inzwischen in ihre Nachfolgeorganisation eingegliedert.

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1.4.4 Das W3C

"W3C" steht für "World Wide Web Consortium". Das W3C beeinflusst maßgeblich die Entwicklung von Standards wie HTML oder XML. Das W3C als Ideenschmiede für das Internet anzusehen, wäre durchaus gerechtfertigt.

Obwohl das W3C keine verbindlichen Standards festsetzt, werden die meisten "Vorschläge" zu Quasi-Standards. Jeder neue Vorschlag durchläuft, bevor er den Status einer "Recommendation" erhält, einen bestimmten Prozess namens "Recommendation Process". In diesem Prozess muss ein Vorschlag verschiedene Stationen durchlaufen. In jeder Phase ist es für die Mitglieder möglich, Verbesserungs- und Änderungsvorschläge einzubringen. So entsteht am Ende oft wirklich ein neuer Standard, zur Zufriedenheit der meisten W3C-Mitglieder.

1994 wurde das W3C am MIT in Boston gegründet. Inzwischen hat es Büros in vielen Ländern und auf vielen Kontinenten, u.a. auch in Deutschland, eröffnet.

Link: http://www.w3.org Nach oben

1.4.5 RIPE

RIPE steht für "Réseaux IP Européens". RIPE ist eine Organisation, die sich speziell um den europäischen Teil des Internets kümmert. Die Organisation ist u.a. mit der IP-Adressen- und Domain-Vergabe betraut und betreibt eine Whois-Datenbank.

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1.4.6 CORE

CORE ist eine Vereinigung von Unternehmen, die .com, .net und .org-Domains weltweit registrieren. Es wurde 1997 gegründet.

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1.4.7 ITU

Die "International Telecommunication Union", kurz "ITU", ist ein globaler Telekommunikations-Verband. Zielsetzung ist es, die verschiedenen globalen Kommunikationsnetze miteinander zu koordinieren. Infolgedessen hat die ITU auch in Sachen Internet einiges Gewicht.

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1.4.8 IETF

Die "Internet Engineering Task Force" ist eine offene Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Evolution und den reibungslosen Betrieb des Internets voranzutreiben bzw. gewährleisten. Die Organisation steht jeder interessierten Person offen.

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1.4.9 ETSI

Das "European Telecommunications Standards Institute" hat es sich zum Ziel gesetzt, weltweite bzw. europäische Standards für die Telekommunikation zu definieren. Mitglieder sind Administratoren, Gerätehersteller, Service Provider und Wissenschaftler.

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