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eBook-Project by AboutWebDesign.de [LOGO]

3.6 Usability

Druck-Version | Startseite| Kontakt | AboutWebDesign.de
Inhaltsverzeichnis "Usability"

3.6.1 Einführung
3.6.2 High-Budget-Optimization
3.6.3 Gründe für Usability-Probleme
3.6.4 Grundlegende Fehler
3.6.4.1 Seiten-Breite
3.6.4.2 Splash-Screens / Startseiten
3.6.4.3 Lange Antwortzeiten
3.6.4.4 Druck-Probleme
3.6.5 Navigation und Usability
3.6.5.1 Grundsätzliches
3.6.5.2 Prinzipielle Überlegungen
3.6.5.2.1 Aktuelle Position
3.6.5.2.2 Vorhergehende Positionen
3.6.5.2.3 Navigations-Alternativen
3.6.5.2.4 Die Kontrolle des Users - oder andersherum?
3.6.5.3 Die Suche als Standard-Hilfsmittel
3.6.5.3.1 Verfügbarkeit
3.6.5.3.2 Komplexe Suche
3.6.5.3.3 Gestaltung der Ergebnis-Seite
3.6.5.4 Typische Fehler
3.6.5.4.1 Implizite Standards
3.6.5.4.2 Detail-Überflutung
3.6.5.4.3 Falsche Prioritäten
3.6.5.4.4 Falscher Ausgangspunkt
3.6.5.5 Links
3.6.6 Behindertengerechtes Webdesign
3.6.6.1 Wieso behindertengerechtes Webdesign wichtig ist
3.6.6.2 Definition des Problems
3.6.6.3 Generelle Hinweise
3.6.6.4 Sehbehinderungen
3.6.6.5 Hörbehinderungen
3.6.6.6 Motorische Behinderungen
3.6.6.7 Kognitive Behinderungen
3.6.6.8 Checkliste
3.6.6.9 Weiterführende Links/Tipps
Partnerprogramm



3.6.1 Einführung

Usability, was ist das? Übersetzt ins Deutsche bedeutet das Wort "Benutzbarkeit". Es geht also darum, die Benutzbarkeit einer Website aus der Sicht des Users zu erhöhen.

"Das ist doch sinnlos, meine Website ist doch schon optimal eingerichtet", werden sich einige Leser an dieser Stelle sagen. Dieser Irrtum unterläuft vielen Webmastern, die sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt haben. Es gibt unglaublich viele mögliche Fehlerquellen.

Daher ist es fast unmöglich, eine in Hinblick auf Usability perfekte Seite zu gestalten, außer man verfügt über ein wirklich großes Budget. Man kann eigentlich nur versuchen, seine Arbeit so gut wie möglich zu machen. Dieses Kapitel möchte dabei helfen.

Wer sich eingehender mit dem Thema Usability beschäftigen möchte, dem sei das Buch "Erfolg des Einfachen" von Jakob Nielsen empfohlen. Nielsen ist auf dem Gebiet der Usability-Untersuchungen aktiv und hat den Status eines "Usability-Gurus" in der Netz-Community.

Bevor wir uns jedoch dem wahrscheinlicheren Fall des beschränkten Budgets zuwenden, werden wir zuvor das Thema der High-Budget-Usability kurz anreißen.
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3.6.2 High-Budget-Optimization

Die zuverlässigste Methode, die Usability einer Website zu untersuchen, ist die Benutzeruntersuchung. Soll heißen: Man steckt viele verschiedene Benutzer in einen Raum und beobachtet sie beim Surfen. Dabei sieht man, wo Probleme auftreten. Wer das wirklich professionell angehen will, baut ein Usability-Labor auf. Benötigt werden Werkzeuge zur Beobachtung von Testpersonen (z.B. Videokameras) und internetfähige Computer, um ausreichend viele Testpersonen gleichzeitig untersuchen zu können.

Möglichkeiten, Interview-Resultate festzuhalten, sollten ebenfalls vorhanden sein.

Die Testpersonen sollten der angepeilten Zielgruppe der Site so nahe wie möglich kommen. Besonders zu beachten sind in diesem Zusammenhang Alter, Geschlecht und Bildung. Wer eine große Zielgruppe hat, muss eben ziemlich viele Testpersonen einladen.

Üblicherweise haben die Testpersonen bestimmte Aufgaben. Möglich wäre es z.B., ihnen die Beantwortung bestimmter Fragen aufzutragen. Die Antworten finden sich dann irgendwo auf der Website, die auf Usability untersucht werden soll. Damit kommt man realen Situationen schon ziemlich nahe: Surfer besuchen meist eine Website, weil sie sich für ein bestimmtes Thema interessieren, also eine Fragestellung beantworten wollen.

Die Testpersonen sollten zunächst kommentarlos bei ihren Lösungsansätzen beobachtet werden. An dieser Stelle wird oft schon deutlich, wo die Problemstellen liegen, die später beseitigt werden sollen. Dabei muss natürlich davon ausgegangen werden, dass überall dort, wo eine Antwort nicht problemlos gefunden werden kann, ein Problem mit der Website vorliegt, nicht mit dem Surfer.

Daran schließen sich Interviews mit den Personen an, die an irgendeiner Stelle Probleme hatten. Dadurch versucht man, Problemquellen genau zu lokalisieren.

Der nächste Schritt ist die Überarbeitung der Website, an die sich ein erneuter Testzyklus anschließt, natürlich mit anderen Testpersonen.

Für einen solchen Test muss mit Ausgaben in Höhe von mehreren zehntausend Mark gerechnet werden. Wirklich teuer wird die professionelle Benutzeruntersuchung dann, wenn die Zielgruppe international wird. Dann nämlich kann man damit beginnen, mehrere Testlabore, global verteilt, aufzubauen.

Der Vorteil: Wer hier gründlich arbeitet, verfügt am Ende über eine wirklich gut durchoptimierte Seite.
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3.6.3 Gründe für Usability-Probleme

Bevor wir uns konkreten Fragestellungen zuwenden, gilt es die Ursache für Usability-Probleme zu klären.

Das Hauptproblem ist, dass derjenige, der eine Website designt, ein ganz anderer ist als der, der hinterher die Website bedienen soll. Der Webdesigner hat a) Internet-Erfahrung und b) kennt er seine Seite wie seine Westentasche - er weiß also genau, wo sich welche Inhalte befinden und hat daher auch keine Probleme mit der Bedienung der Seite.

Der typische Nutzer jedoch betritt in dem Moment, in dem er die Site aufruft, komplettes Neuland. Er muss die Navigation noch verstehen, bevor er sie benutzen kann. Er muss noch den passenden Menüpunkt für seine Zielsetzung suchen. Nicht zuletzt ist sein Beruf auch nicht unbedingt Internet-zentriert, vielleicht hat er sogar überhaupt keine Erfahrung.

Es fällt also schwer, mögliche Probleme anderer Menschen aus der eigenen Sicht aufzudecken. Wer bewusst versucht, sich in einen anderen hineinzuversetzen, hat dabei schon viel eher Erfolg. Oft wird jedoch nicht einmal diese simple Maßnahme angewandt.

Fazit: Probleme entstehen, entweder weil nicht versucht wird, die Gedanken anderer User nachzuvollziehen, oder weil manche Probleme schlicht und einfach ohne externe Hilfe nicht zu entdecken sind. Kulturelle Differenzen sind ein gutes Beispiel für letzteres.
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3.6.4 Grundlegende Fehler

Im Folgenden wollen wir einige grundlegende Usability-Fehler betrachten. Zum einen, um Sie für Usability-Probleme zu sensibilisieren, zum anderen, um Ihnen eine kleine Liste von Do-Nots an die Hand zu geben.

3.6.4.1 Seiten-Breite

Die Bildschirmauflösung ist eines der meistdiskutierten Themen in Designer-Kreisen: Welche Auflösung wird gerade am häufigsten verwendet, welche Auflösung darf als Standard angesehen werden?

Aus der Sicht der Usability gibt es nur zwei mögliche Antworten: Gar keine bzw. die 640er-Auflösung, wobei das schon eine unangenehme Einschränkung ist.

HTML bietet durchaus Möglichkeiten, flexible Layouts zu gestalten. Von denen sollte Gebrauch gemacht werden, sind sie doch - korrekt eingesetzt - ein großer Vorteil für Benutzer mit unorthodoxen Auflösungen. Die andere Antwort, man dürfte nur die 640er-Auflösung als Standard ansehen, ist gedacht für Designer, die ohne feste Bildschirmbreite nicht designen können.

Nur diese beiden Ansätze ermöglichen es wirklich fast jedem User, problemlos Ihre Seiten anzusehen. Alles andere wäre, zumindest für bestimmte Benutzergruppen, eine deutliche Einschränkung und sollte daher vermieden werden.

3.6.4.2 Splash-Screens / Startseiten

Welchen Sinn hat ein Splash-Screen bzw. eine spezielle Startseite? Diese Fragen müssen wir uns stellen, wollen wir die Splash-Screens unter dem Gesichtspunkt der Usability betrachten. Wenn es keinen Nutzen gibt, muss der Splash-Screen verschwinden, denn dann verschwendet er nur die Zeit der Surfer.

Wenn Sie jetzt anfangen, sich mit der Problematik zu beschäftigen, werden Sie feststellen, dass spezielle Startseiten eigentlich keinen Sinn haben. Das Argument, man könnte mit einem Splash-Screen die Spannung auf die kommenden Inhalte erhöhen, greift in 95% aller Fälle nicht. Zudem kann eigentlich davon ausgegangen werden, dass eine Seite besuchende Surfer auch ohne Splash-Screen ein Interesse für die Inhalte haben, denn sonst würden sie die Site ja gar nicht besuchen. Gern wird der Splash-Screen auch als Anzeigetafel für bestimmte technische Spezifikationen ("Site funktioniert nur mit IE > 5.5, ActiveX, Java und Flash") genutzt. Sinnlos: erstens werden die Spezifikationen von einem Großteil der Surfer überhaupt nicht verstanden, zweitens merkt der Anwender es schon selbst ganz gut, wenn eine Site nicht funktioniert. Und dass er sich extra wegen einer Site ein Plug-In oder gar einen neuen Browser herunterlädt, ist eher unwahrscheinlich.

Fazit: Splash-Screens und spezielle Startseiten sind unsinnig - zumindest in fast allen Fällen. Verzichten Sie also besser darauf, wenn Sie nicht wirklich gute Gründe dafür haben.

3.6.4.3 Lange Antwortzeiten

Usability beschäftigt sich mit der Bedienbarkeit einer Website. Wenn eine Website aber eben noch nicht bedienbar ist , z.B. aufgrund langer Ladezeiten, dann wirkt sich das fatal auf die Usability auf.

Der logische Schluss: Antwortzeiten der Server und Ladezeiten sollten definitiv optimiert werden. Dabei ist diese Optimierung keine lästige Nebenbeschäftigung, sondern eines der Design-Hauptziele überhaupt.

3.6.4.4 Druck-Probleme

Viele Benutzer wollen interessante Texte aus dem Internet ausdrucken: Lesen am Bildschirm wirkt oft ermüdend. Das Problem: oft machen Websites Probleme, wenn es um den Ausdruck geht.

Woran liegt das? Der Webdesigner hat in solch einem Fall schlicht und einfach vergessen, dass es Benutzer geben könnte, die die Seiten gerne ausdrucken würden - ein klassisches Problem.

Die Lösung: Stellen Sie für jedes Dokument eine spezielle Druck-Version bereit. CSS erleichtern dem Designer hier die Arbeit. Der Code für eine spezielles Druck-Stylesheet ist recht simpel:

<style type="text/css">
<!--
@media print
{
    /* ... Formatdefinitionen Druck ... */
}
@media screen
{
    /* ... Formatdefinitionen Bildschirm ... */
}
-->
</style>

     
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3.6.5 Navigation und Usability

3.6.5.1 Grundsätzliches

Navigation und Usability sind zwei sehr eng miteinander verknüpfte Bereiche: Die meisten Fehler im Usability-Bereich werden bei der Navigation gemacht. Das liegt daran, dass die Navigation im Kontext der Web-Site so elementare Aufgaben hat, dass sie wohl die größten Angriffsflächen bietet.

3.6.5.2 Prinzipielle Überlegungen

Navigation übernimmt drei Aufgaben. Bei allen geht es darum, dem Anwender Informationen zu vermitteln:


  • Aktuelle Position

  • Vorhergehende Positionen

  • Navigations-Alternativen



3.6.5.2.1 Aktuelle Position

Punkt 1 der Liste scheint recht simpel. "Aktuelle Position" heißt nur, dass der Anwender wissen muss, wo er sich gerade befindet, ihm also die Frage "Wo bin ich gerade?" beantworten.

So einfach, wie es scheint, ist die Angelegenheit dann aber doch nicht. Zunächst einmal ist zwischen zwei Ebenen zu unterscheiden: der globalen und der lokalen. Globale Positionsangaben beziehen sich auf das Internet im Allgemeinen (also: auf welcher Website man sich gerade befindet), lokale dagegen auf die aktuelle Site (also: in welcher Unter-Rubrik man sich befindet).

Sinnvoll ist es, zunächst die globale und dann die lokale Bestimmung vorzunehmen. Das Firmenlogo oder der Name der Website gehören also nach oben, detailliertere Angaben weiter nach unten. Das funktioniert, weil Seiten von oben nach unten gelesen werden. Das Firmenlogo wird also zuerst registriert.

Wo bin ich, wo war ich, wo kann ich noch hin - die Beantwortung dieser Fragen ist von Yahoo vorbildlich gelöst.
Die lokale Positionsbestimmung ist ebenfalls sehr wichtig, um dem Anwender eine Chance zu geben, die Struktur der Site zu verstehen. Hier bieten sich verschiedene Alternativen an: Man kann z.B. den Weg des Anwenders durch die Struktur-Hierarchie anzeigen. Yahoo verwendet solch eine Technik. Gerade hier werden viele Fehler gemacht: die Anzeige muss klar und deutlich sein. Klein und versteckt in der rechten oberen Ecke hat sie keinen Nutzen.

Es empfiehlt sich, die Anzeige der aktuellen Position mit der Anzeige der noch offenstehenden Alternativen zu verbinden. So lässt sich z.B. die aktuelle Rubrik im Navigationsmenü als Link deaktivieren, dafür die Schrift aber hervorgehoben darstellen.

3.6.5.2.2 Vorhergehende Positionen

Hierbei sollte in erster Linie die Frage "Wo bin ich gewesen?" beantwortet werden. Sinnvoll und notwendig ist das, um dem Anwender eine effiziente Möglichkeit an die Hand zu geben, schon gesehene Inhalte wiederzufinden.

Für Web-Sites und dahinterstehende Technologie ist es nicht ganz einfach, passende Antworten auf diese Frage zu finden. Sicher, mit Hilfe von Cookies und User Tracking ist es durchaus möglich, einen User über die eigene Site hinweg zu verfolgen. Über Site-Grenzen hinweg wird das Unterfangen dann jedoch schwierig bis unmöglich.

Praktischerweise nehmen die Browser an sich dem Webmaster die Arbeit ab: Back-Button und History-Liste kümmern sich genau um die Protokollierung vorhergehender Positionen. Standardmäßig werden bereits besuchte Links farblich verändert. Dieses Feature macht Sinn, vereinfacht es doch das Handling praktisch jeder Navigation. Der Effekt dieses Features wird dann erheblich gemindert, wenn andere als die Standard-Linkfarben verwendet werden. Diese jedoch werden von vielen Usern als "hässlich" empfunden, besonders das Lila der besuchten Links. Letztendlich liegt hier die Entscheidung bei Ihnen - bevorzugen Sie Usability oder Ästhetik?

Vielleicht wäre auch eine Art Mittelweg denkbar, so z.B. grau markierte besuchte Links.

3.6.5.2.3 Navigations-Alternativen

Der Link
Seiten wie ebay bieten Tausende von Unterseiten - Wäre die Navigation nicht recht gut gelöst, könnte das Geschäftsmodell des Auktionshauses gar nicht funktionieren,
... oder auch die Frage: "Wohin kann ich jetzt noch gehen?". Dieses Thema ist wohl der komplexeste Unterbereich der Navigation. Es ist durchaus möglich, dass eine einzelne Website über 10.000 Dokumente enthält - wie soll es möglich sein, die dem User zugänglich zu machen? Einfach ist das sicher nicht. Es gibt jedoch einige Ansätze, wie die folgenden Ausführungen zeigen werden.

Navigation funktioniert über Links. Der Link ist daher so wichtig, dass wir ihm weiter unten einen separaten Abschnitt gewidmet haben. Um den aktuellen Abschnitt verstehen zu können, müssen Sie jedoch wissen, dass es grundsätzlich drei Arten von Links gibt:

  • Eingebettete Links sind diejenigen, die mitten im Text stehen. Sie suggerieren, dass es noch mehr Informationen zu dem Wort gibt, das als Link dient.

  • Kontext-Links dagegen listen Inhalte auf, die einen Leser der aktuellen Seite interessieren könnten.

  • Struktur-Links beziehen sich auf die Website-Struktur.



Die ersten beiden Link-Arten sind also geeignet, um einem Leser mehr Informationen zur Verfügung zu stellen, die ihn mit einiger Wahrscheinlichkeit interessieren könnten. Insofern sind sie sehr wertvoll.

Navigation und Struktur
Letztere Links sind eher problematisch: Wer eine große Struktur zu visualisieren hat, gerät sehr schnell ins Schlingern. Zum einen ist es nicht unbedingt sinnvoll, 20 Struktur-Links auf eine Seite zu stellen - Bildschirm-Platz kann für andere, sinnvollere Objekte verwendet werden. Zum anderen ist das auch nicht gerade optimal für den User: 20 Struktur-Links haben Verwirrungs-Potenzial. Und stellen Sie sich nur einmal vor, 2000 Unter-Strukturen zu haben und diese sinnvoll verknüpfen zu müssen...

Wer nach Lösungsansätzen sucht, wird zunächst auf die Frage stoßen, welche Struktur die Site denn eigentlich haben soll. Diese Frage ist wichtig: Nur, wer eine logische Site-Struktur hat, wird darauf eine sinnvolle Navigation aufbauen können. Strukturen müssen sich dabei an den Bedürfnissen der Surfer orientieren, nicht an den Konventionen Ihres Unternehmens. So ist es zwar einfach, jeder Abteilung eine eigene Unterseite zuzuweisen - sinnvoll ist das aber nicht zwangsläufig. Gibt es z.B. einen für den User relevanten Unterschied zwischen "Support" und "Customer Relations"? In den meisten Fällen wohl eher nicht, der User sucht in beiden Fällen Kontakt zum Unternehmen. Eine Zusammenlegung macht also Sinn.

Wenn Sie weitergehende Informationen zum Thema Site-Struktur suchen, wird Ihnen in Kapitel 3.4 geholfen. Verdeutlichen Sie sich nochmals den Unterschied zwischen Struktur und Navigation, z.B. anhand dieses Beispiels: Eine Website kann über 1000 Unter-Strukturen haben. Dennoch ist es möglich, dass jeweils nur 10 von der Navigation angezeigt werden.

Schließlich stellt sich die Frage, wie die Struktur durch die Navigation repräsentiert werden soll. Dabei müssen zwei Aspekte Berücksichtigung finden: Die Repräsentation muss sich an den Bedürfnissen des Users orientieren und muss den Usern eine Chance geben, die Navigation zu verstehen. Letzteres ist vor allem dann wichtig, wenn die Site sehr groß ist: Weil es (praktisch) unmöglich ist, alle Struktur-Links auf einmal anzuzeigen, muss der User die sich hinter bestimmten Strukter-Namen versteckenden Unter-Strukturen erahnen können. Genau das setzt Verständnis voraus.

Breit oder tief?

Die konkrete Visualisierung stellt hohe Ansprüche an den Designer. Struktur-Links müssen auf jeden Fall gezeigt werden. Hierbei gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Herangehensweisen:

  • Die Breiten-Anzeige versucht, dem User möglichst alle oberen Elemente (auch "Top Level" genannt) der hierarchischen Baum-Struktur zu zeigen. Das ist sinnvoll, weil es für den User klar ersichtlich ist, welche grundsätzlich anderen Inhalte die Site sonst noch bietet. AboutWebDesign.de verwendet einen solchen Ansatz.

  • Die Tiefen-Anzeige versucht, den Weg vom Top Level zur aktuellen Ebene deutlich zu machen. Yahoo verwendet eine solche Navigation: Die Anzeige der aktuellen Kategorie leistet genau das. Vorteil gegenüber der breitenorientierten Navigation ist, dass der User die aktuellen Elemente genau im Kontext ihrer strukturellen Zugehörigkeit sieht. Nachteilig ist jedoch, dass er nichts von z.B. anderen Top Levels erfährt. Im Allgemeinen ist diese Art der Navigation wesentlich kompakter.



Bleibt die Frage: welche der beiden Alternativen ist besser? Es gibt sowohl für die breiten- als auch für die tiefenorientierte Navigation gute Argumente. Für welche Sie sich letztendlich entscheiden, liegt bei Ihnen.

Tief- und Breiten-Anzeige einträchtig vereint
Wenn Sie sich mit keiner der beiden Alternativen anfreunden können, ist eventuell eine Kombination beider Ansätze besser geeignet. So ist es z.B. möglich, die elementarsten Top-Levels anzuzeigen, um sie dann mit einer tiefenbasierten Anzeige der aktuellen Position zu ergänzen. Die aktuelle MSDN-Seite von Microsoft setzt auf solch ein Verfahren, und zwar massiv: ganz oben werden einige Microsoft-allgemeine Top Levels angezeigt, darunter einige MSDN-spezifische. Über dem eigentlichen Site-Inhalt befindet sich eine tiefenorientierte Anzeige, die Baumstruktur rechts daneben kümmert sich um die entsprechende Breite.

3.6.5.2.4 Die Kontrolle des Users - oder andersherum?

Websites, die von ihren Usern eine spezielle Einarbeitung verlangen, sind schlecht. Das wäre eine unzulässige Kontrolle oder Steuerung des Users durch die Site. Solch ein Vorgehen wird nicht gemocht und in den allermeisten Fällen mit geringen Zugriffszahlen quittiert.

Dagegen ist es ein hohes Prinzip der Usability-orientierten Website-Gestaltung, dass die Navigation der Kontrolle der Users unterliegen sollte. Stellen Sie sich z.B. vor, dass ein Surfer über einen Deep Link auf Ihre Homepage kommt, dort jedoch nicht vernünftig navigieren kann, weil die Navigation ihn einschränkt bzw. von falschen Voraussetzungen ausgeht (z.B. von einem Navigations-Frameset).

Ihre Maxime sollte es daher sein, dem Surfer so viele Freiheiten wie möglich zu lassen. Obwohl es zwar möglich ist, den Besuchern bestimmte Wege durch die Site vorzuschreiben, ist das keine optimale Lösung, wie obenstehendes Beispiel zeigen sollte.

Dazu gehört auch, dass der User nicht erst irgendeine Hilfeseite einsehen muss, um Ihre Site zu verstehen - das Internet ist groß, die nächste Site nur einen Klick entfernt.

3.6.5.3 Die Suche als Standard-Hilfsmittel

Viele Internet-User benutzen die Such-Funktion einer Site lieber als z.B. das Navigationsmenü. Daraus resultiert, dass eine Such-Funktion, gerade bei größeren Sites, sehr wichtig ist. Deshalb widmen wir dieser Funktion einen eigenen Abschnitt.

3.6.5.3.1 Verfügbarkeit

Damit eine Suchfunktion effizient sein kann, muss ein zu ihr führendes Interface auf jeder Seite verfügbar sein. Soll heißen: auf jede Seite, auch auf die Unterseiten, gehört entweder ein Suchfeld oder ein Link zur Suchfunktion. Das ist nötig, weil manche Surfer erst dann die Suche benutzen, wenn sie sich völlig verirrt haben. In solch einem Moment muss die Suchfunktion einfach ohne langes Suchen verfügbar sein, sonst kann sie einem verirrten Besucher nicht helfen.

3.6.5.3.2 Komplexe Suche

Es ist ohne Frage möglich, dem Benutzer sehr komplexe Suchmöglichkeiten zu geben. So ist es z.B. möglich, die Suche auf bestimmte Site-Bereiche zu begrenzen oder die Verwendung boolescher Ausdrücke ("COMPUTER AND INTERNET" oder auch "(PC OR MACINTOSH) AND HARDWARE") zu erlauben.

Vorteil: erfahrene Benutzer gewinnen dadurch einen enormen Vorteil. Wer weiß, wie mit diesen Hilfsmitteln umzugehen ist, der kann seine Such-Effizienz exponentiell erhöhen. Wer jedoch nicht genau weiß, wie diese Funktionen funktionieren, erhält meist schlechtere Ergebnisse als mit einer normalen Suche.

Es ist daher empfehlenswert, eine simple Suche als Standard-Suche zu verwenden. Für erfahrene User kann man dann zusätzlich eine "erweiterte Suche" verwenden, die all die oben genannten Features enthält.

Wie jedoch verhindert man, dass unerfahrene User ebenfalls die erweiterte Suche benutzen? Die einzige Möglichkeit ist wohl eine konsequente Abschreckung. Also sollte man z.B. einen möglichst abschreckenden Namen verwenden (beispielsweise "Profi-Suche mit komplexen Features").

3.6.5.3.3 Gestaltung der Ergebnis-Seite

Wenn die Such-Ergebnisse präsentiert werden, sollte zunächst angegeben werden, wonach und wo gesucht wurde. Suchbegriffe und eventuell angegebene Bereiche sollte also hervorgehoben dargestellt werden.

Die Liste der Ergebnisse selbst sollte nach Relevanz der Ergebnisse geordnet werden. Problematisch wird es, wenn es um Definition des Begriffs "Relevanz" geht. Es gibt Methoden und Algorithmen, die das maschinell erledigen. Oft entstehen dadurch Schwachpunkte. Es kann sich daher lohnen, diese Algorithmen manuell zu modifizieren, z.B. so, dass FAQ-Bereiche automatisch eine sehr hohe Relevanz zugeordnet bekommen.

Zusätzlich ist es sinnvoll, für bestimmte Seiten bestimmte spezielle Stichwörter zuzuordnen, wie das z.B. in HTML mit den META-Tags realisiert wird. Obwohl diese eigentlich eher für Internet-weite Suchmaschinen gedacht sind, lassen sie sich auch von internen Suchmaschinen auswerten. Dabei sollten dort angegebene Stichwörter höher gewertet werden als andere im Text gefundene Wörter.

Auch kurze Beschreibungstexte gehören auf die Ergebnis-Seite. Werten Sie doch einfach die Meta-Description der jeweiligen Dokumente aus: der Mensch eignet sich meist besser als ein Computer, solche Texte zu erstellen.

Machen weitere Angaben neben den Such-Ergebnissen, so wie z.B. die Relevanz in Zahlen, wirklich Sinn? Wohl eher nicht. Also verzichten Sie besser darauf.

Sinnvoller dagegen erscheinen einige zusätzliche Features: So z.B. die Hervorhebung der Suchbegriffe auf der Ergebnis-Seite, eventuell auch auf den Seiten selbst.

3.6.5.4 Typische Fehler

3.6.5.4.1 Implizite Standards

Es gibt Standards im Internet, die eigentlich gar keine sind und doch beachtet werden sollten: o z.B., dass Links unterstrichen dargestellt werden sollten. Oder dass Suchfelder meist weit oben zu finden sein sollten. Die Quintessenz: es lohnt sich nicht, zugunsten von Originalität gegen Quasi-Standards zu verstoßen. Geben Sie dem Anwender ein Layout, dessen grundsätzliche Struktur er schon von anderen Seiten kennt, dann wird er Ihr Layout auf Anhieb verstehen.

3.6.5.4.2 Detail-Überflutung

Versuchen Sie nicht, zu viele Informationen auf eine Seite zu packen. Ein typisches Beispiel dafür sind Navigations-Leisten mit 40 oder 50 Elementen - was zu viel ist, ist zu viel. Verwenden Sie dagegen Methoden, um die vielen Unterpunkte auf einige Oberpunkte zu reduzieren:

  • Zusammenfassungen reduzieren eine große Informationsmenge auf eine kleinere, wobei sie gleichzeitig die wichtigsten Aspekte des Originals ansprechen

  • "Aggregation" wird das Zeigen von Beispielen genannt: Man zeigt z.B. ein Bild und verweist damit auf eine Sammlung ähnlicher Bilder

  • Kürzungen zeigen einfach nur die ersten Elemente einer größeren Menge. Suchmaschinen machen so etwas, wenn sie als Beschreibungstext nur die ersten Buchstaben der gefundenen Site anzeigen.



3.6.5.4.3 Falsche Prioritäten

Obwohl die Navigation sehr wichtig ist, sind die konkreten Inhalte der Seite immer noch wichtiger. Wer Navigation übertreibt, verwendet hinterher 50% des Bildschirms für Links.

3.6.5.4.4 Falscher Ausgangspunkt

Achten Sie darauf, nie die Sichtweise des Users aus dem Blick zu verlieren. Es kommt darauf an, die Surfer zufrieden zu stellen. Daher muss auch die Navigation am Surfer orientiert sein, nicht an anderen, manchmal auch durchaus logischen, Strukturen.

Hierzu zählen auch grafisch schöne, aber umständliche Navigationsflächen: Oft sind simple Text-Links z.B. besser als Flash-Navigationsfelder, die sich erst einmal 3 Sekunden lang selbst animieren, bevor sie ihren Text zeigen.

3.6.5.5 Links

Der Link ist ein so wichtiges Navigations-Element, dass es sich lohnt, noch einmal einige konkrete Tipps für gute Links zu geben:

  • Verwenden Sie gute Link-Texte. "Hier klicken, um mehr Informationen zu Sportwagen zu bekommen" ist ein schlechter Text. Besser, weil für die Anwender intuitiver, wäre "Mehr Informationen über Sportwagen." Weiterer Vorteil: der Link ist so kürzer geworden. Wer eine Seite nach Links überfliegt, erkennt so den Sinn schneller.

  • Wenn wenige Worte nicht reichen, um einen Link zu beschreiben, fügen Sie außerhalb des Links weiteren Text hinzu. Auch title-Attribute von HTML können hier helfen.

  • Sinn eines Link-Textes ist die Beschreibung des Inhalts der gelinkten Seite. Übertreibungen, Metaphern und Wortspiele sind hier also fehl am Platz. Wenn der Anwender zusätzliche Informationen ("benötigt Flash", "Größe: 6 MB") benötigt, gehören diese in den Beschreibungs-Text außerhalb des Links.

  • Verwenden Sie Standards: Halten Sie sich an die Standard-Link-Farben und unterstreichen Sie Links.

  • Wer einen Link nicht versteht, folgt ihm meist nicht. Geben Sie den Anwendern also Informationen über Link-Ziel und Sinn des Links.

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3.6.6 Behindertengerechtes Webdesign

3.6.6.1 Wieso behindertengerechtes Webdesign wichtig ist

Das Web gewinnt so rasant an Bedeutung, dass Menschen, die damit nicht umgehen können, bald einen schwerwiegenden Nachteil im sozialen und beruflichen Leben haben werden. Daher ist es eine Sache der Fairness, möglichst jedem Menschen einen Zugang zur eigenen Site zu ermöglichen. Gerade Behinderte haben es hier schwer. Dieser Abschnitt widmet sich der Frage, wie man behinderten Menschen die eigene Seite eröffnen kann.

Ganz nebenbei gesagt: Auch das wirtschaftliche Element ist hier nicht zu vernachlässigen. Wussten Sie, dass 10% der männlichen Bevölkerung eine Rot-Grün-Sehschwäche haben? Es wäre ja wirklich verdammt ärgerlich, 10% der männlichen User zu vergraulen, weil man unbedingt eine grüne Schrift auf rotem Hintergrund für die Navigation verwenden musste...

3.6.6.2 Definition des Problems

Bevor wir uns konkrete Lösungen ansehen, muss zunächst das Problem genauer definiert werden. Das heißt, wir müssen herausfinden, welche Behinderungen es gibt und wie man betroffenen Menschen das Web leichter zugänglich machen kann.

Beim behindertengerechten Webdesign müssen wir uns in erster Linie auf bestimmte Gruppen konzentrieren. In erster Linie sind dies Menschen mit Seh- bzw. Hörbehinderungen, kognitiven und motorischen Behinderungen. Wer es schafft, seine Sites entsprechend anzupassen, erreicht damit ganz nebenbei, dass die Sites praktisch überall dargestellt werden können - egal, ob unter Linux mit Lynx oder auf einem PDA.

3.6.6.3 Generelle Hinweise

Unabhängig von allen anderen Vorgehensweisen und Strategien sollten Sie versuchen, HTML richtig im Sinne seiner Erfinder zu verwenden. HTML-Tags sind in erster Linie inhaltliche Kennzeichnungen und keine Layout-Anweisungen, auch wenn das inzwischen oft vergessen wird. Im Klartext: Verwenden Sie nicht <b> oder <font size="+3">, wenn Sie eine Überschrift setzen wollen. Verwenden Sie stattdessen <H1> für die Seitenüberschrift, <H2> für Unterüberschriften und <H3> für noch feinere Gliederungen. Verwenden Sie <q> für Zitate und <em> für wichtige Textpassagen.

Halten Sie sich an diese Empfehlung, werden alle Menschen, die keinen Browser benutzen, deutlich besser mit Ihrer Site zurechtkommen. So gibt es z.B. Geräte, die eine HTML-Seite vorlesen. Eine vernünftige - und für das Gerät auch erkennbare, daher die Empfehlung, auch Überschrift-Tags zu benutzen - Gliederung macht da die Navigation innerhalb Ihrer Texte schon viel leichter.

Wenn Sie das Layout beeinflussen wollen, können Sie das mit CSS erreichen.

Setzen Sie kein Plug-In, Java, Frames oder aktiviertes JavaScript voraus. Wenn Sie diese Technologien einsetzen wollen, erstellen Sie eine nur auf HTML basierende Alternativseite.

Weiterhin können Sie davon ausgehen, dass auf dem Server ablaufende Prozesse wesentlich unproblematischer sind als auf dem Client ablaufende wie JavaScript.

3.6.6.4 Sehbehinderungen

Eine Sehbehinderung ist, wenn es um den Zugriff aufs Web geht, wohl am schwerwiegendsten. Was aber oft vergessen wird, ist die Tatsache, dass viele Sehbehinderte nicht vollkommen blind sind. Auch die Rot-Grün-Farbblindheit zählt zu den Sehbehinderungen. Achten Sie also darauf, möglichst starke Kontraste zwischen Vorder- und Hintergrund einzusetzen und keine zu kleinen Schriftgrößen zu verwenden. Vermeiden Sie hier besonders die Kombination von Rot und Grün. Das werden Ihnen nicht nur Ihre sehbehinderten, sondern auch alle anderen Benutzer danken. Achten Sie auch darauf, möglichst einfarbige Hintergründe zu verwenden. Muster reduzieren generell die Lesbarkeit.

Extrem wichtig ist das ALT-Tag bei Bildern, die zur Navigation eingesetzt werden:
<img src="navbutton1.gif" alt="Home">

     

Das ermöglicht es nämlich auch einem Blinden, Ihre Navigationsbuttons zu verstehen und zu benutzen. Achten Sie auch darauf, sinnvolle Beschreibungen einzusetzen. Das alt-Attribut sollte kurze, prägnante Aussagen (oder optimalerweise nur ein einziges Wort) enthalten. Bilder, die nur zur Dekoration dienen, brauchen kein alt-Attribut.

3.6.6.5 Hörbehinderungen

Im Allgemeinen sind die meisten Seiten im WWW auch für Personen mit Hörbehinderungen gut nutzbar. Ausnahmen sind z.B. Seiten, auf denen Benutzer sich Videoclips ansehen können, in denen viel gesprochen wird. Untertitel wären hier sinnvoll.

3.6.6.6 Motorische Behinderungen

Eine motorische Behinderung liegt dann vor, wenn ein Benutzer z.B. seine Maus nicht genau positionieren kann. Achten Sie also darauf, dass Ihre Seiten auch ohne Maus benutzbar sind. Normale Links stellen hier kein Problem dar, Client-seitige Imagemaps auch nicht. ActiveX-Controls und Java sind hier schon problematischer. Jedoch ist es auch hier möglich, die entsprechenden Anwendungen von der Tastatur steuerbar zu machen.

3.6.6.7 Kognitive Behinderungen

Für Benutzer mit kognitiven Behinderungen gelten im Allgemeinen die gleichen Regeln der Usability wie für normale Benutzer, nur verschärft. Strukturieren Sie Ihre Texte und Seite klar und übersichtlich. Verwenden Sie eine klare Sprache. Sorgen Sie für eine passende Beschriftung Ihrer Links.

3.6.6.8 Checkliste

Folgende Checkliste ist angelehnt an die WAI-Richtlinien vom W3C. Wenn Sie mehr Informationen suchen, schauen Sie doch auf der Website der Initiative vorbei.


  • Ist für jedes Nicht-Text-Element ein Text-Äquivalent bereitgestellt? Beispiel: alt-Text bei Bildern. Insbesondere beachtet werden sollten Bilder, Scripts, Plug-In-Dateien wie Flash-Filme, Frames, Tabellen und Imagemaps.

  • Ist die Website auch ohne Farbdarstellung verwendbar?

  • Verwenden Sie HTML für logische Strukturierungen und CSS für das Layout?

  • Ist Ihre Sprache klar und verständlich?

  • Sind Multimedia- und Nur-Text-Versionen Ihrer Site vom Inhalt her äquivalent?

  • Haben Sie Navigations-Alternativen für Imagemaps definiert?

  • Sind die Spalten- und Zeilenbezeichnungen von Tabellen entsprechend gekennzeichnet?

  • Werden Ihre Multimedia-Angebote für Behinderte entsprechend aufbereitet? Soll heißen: Gibt es Untertitel bzw. Beschreibungen von wichtigen Bildern, Videos etc.? Vergessen Sie nicht: Es gibt User, die Ihre Statistik-Grafiken nicht sehen können. Wenn diese Grafiken daher wichtig sind, fügen Sie einen kurzen Beschreibungstext bei.

  • Sind die Kontraste zwischen Vorder- und Hintergrund stark genug? Achten Sie besonders auf Rot-Grün-Kontraste.

  • Verwenden Sie Markup-Sprachen, wo immer möglich? Beispiel: MathML für Formeln.

  • Verwenden Sie relative Werte für Angaben in den Stylesheets, keine Pixelgrößen?

  • Realisieren Sie dynamische Inhalte so weit wie möglich Server-seitig?

  • Vermeiden Sie Pop-Ups, blinkende Schriften und Weiterleitungen?

  • Halten Sie sich an die weiter oben vorgestellten Grundsätze für Navigation und Links?

  • Vermeiden Sie Tabellen für Layouts? CSS sind hier besser geeignet.

  • Schreiben Sie (Client-)Scripts so, dass sie auf verschiedenen Geräten funktionieren können?



Die Listeneinträge sind angeordnet nach Wichtigkeit. Versuchen Sie, so viele davon wie möglich zu befolgen. Besonders die Ratschläge zu Tabellen sind für Designer problematisch. Am wichtigsten ist die Verwendung von logischen HTML-Tags und alt-Texten bzw. ähnlichen Attributen - dann ist schon viel gewonnen!

3.6.6.9 Weiterführende Links/Tipps

Wer einen Eindruck von der Brauchbarkeit seiner Website in Bezug auf spezielle Ausgabe-Geräte wie Screen-Reader haben will, kann sich seine Homepage in einem Textbrowser wie Lynx ansehen.

Das BMWi hat eine Aktion "Internet ohne Barrieren" gestartet, die sich dafür einsetzt, behinderten Menschen den Internet-Zugang zu ermöglichen bzw. zu vereinfachen. Für jeden, der sich näher mit dem Thema beschäftigen will, ist die Homepage der Aktion einen Blick wert. Auch sehr interessant: das von dort gelinkte Tool Bobby, mit dem Websites auf mögliche Probleme getestet werden können.
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