5.6.1
Einleitung
Formulare sind ein wichtiges Element für jede Internet-Seite: Wo auch immer Angaben des Benutzers oder Interaktion gefragt sind, ist ihr Einsatz unvermeidbar. Daher ist es nur angemessen, diesem Thema ein eigenes Kapitel zu widmen. Wir beginnen mit einer kleinen Einführung in das Thema, in der wir erklären, wie Formulare überhaupt erzeugt werden. Dann konzentrieren wir uns ganz auf die gestalterischen Aspekte: Was muss getan werden, um ein Formular zu einem guten Formular zu machen? Zusätzlich dazu gehen wir noch kurz auf das Thema der Benutzer-Befragung ein.
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5.6.3
Grundsätze der Formulargestaltung
5.6.3.1 Simpel bleiben
"Keep it simple" ist die beste Grundregel für die Formulargestaltung: Je weniger Felder ausgefüllt werden müssen, desto eher sind die Surfer dazu bereit. Und wenn Sie dem Surfer auch noch erklären, wofür seine Daten benötigt werden, ist er viel eher bereit, Feedback zu geben.
5.6.3.2 Datenschutz
Surfer sind sehr sensibel, wenn es um ihre persönlichen Daten geht. Erklären Sie daher genau, wann und wofür die Daten gespeichert werden sollen. Speicherung von Daten ist sowieso so eine Sache: Wenn Sie wirklich Daten speichern wollen, sollten Sie das "Opt-In"-Verfahren verwenden, d.h. der Surfer muss vorher durch einen expliziten Klick zustimmen.
5.6.3.3 Gliederung
Weiterhin sollten Sie Ihre Formulare so übersichtlich wie möglich gestalten. Eine Gliederung mit Tabellen und Unterteilung in Unterkategorien bietet sich hier an:
<form>
<table>
<tr>
<td colspan="2">
<b>Persönliche Angaben</b>
</td>
</tr>
<tr>
<td>Name</td>
<td><input type="text" name="name"></td>
</tr>
<b>Ihre Wünsche</b>
</td>
</tr>
<tr>
<td>Wie viele Produkte sollen bestellt werden?</td>
<td><input type="text" name="prod_anzahl"></td>
</tr>
</table>
</form>

5.6.3.4 Bestätigung
Kein Formular ohne Bestätigung und kein Fehler ohne Fehlermeldung: Ohne Rückmeldung ist der Surfer ratlos.
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5.6.4
Formular-Tuning
5.6.4.1 Usability
Es gibt Möglichkeiten, mit JavaScript die Usability eines Formulars zu verbessern. Und wenn kein JavaScript aktiviert ist, macht das auch nichts, denn dann funktioniert das Formular trotzdem.
Folgender Code macht das erste Feld des ersten Formulars beim Laden des Dokuments aktiv:
<body onLoad="document.forms[0].erstesfeld.focus();">
... wobei erstesfeld natürlich durch den Namen des Eingabeelements zu ersetzen ist.
Wenn man Felder mit einem Beispiel-Inhalt vorbelegt, hilft das beim Eingeben der gewünschten Informationen. Besonders elegant wird das, wenn der Beispiel-Inhalt automatisch gelöscht wird, sobald der Surfer ein Feld aktiviert.
<INPUT name="erstesfeld" value="12/04/2001" onClick="document.forms[0].erstesfeld.value='';">
5.6.4.2 Eingaben überprüfen
Sie können Client-seitig überprüfen, ob ein Surfer gültige Daten eingegeben hat. Das geht mit JavaScript und ist im Kapitel "JavaScript-Know-How" erklärt. Beachten Sie bitte, dass eine solche Überprüfung niemals einen Server-seitige Gültigkeitstest ersetzen darf.
5.6.4.3 Erscheinungsbild verbessern
Mit CSS lassen sich tolle Effekte erzielen. Probieren Sie doch einmal diese Beispiele aus:
<input type="text" size="40" style="font-family: Verdana, Arial, sans-serif; font-size: 13px; font-weight: bold; color: #ffffff; background-color: silver; border-width: small; border-color: black;"><br><br>
<select name="" style=" font-family: Verdana, Arial, sans-serif; font-size: 13px; font-weight: bold; color: #ffffff; background-color: LightSteelBlue; border-width: small; border-color: black; width: 200px;">
<option value="1" SELECTED>Beispiel 1</option>
<option value="2">Beispiel 2</option>
<option value="3">Beispiel 3</option>
</select><br><br>
<select name="" style=" font-family: Verdana, Arial, sans-serif; font-size: 13px; font-weight: bold; color: black; background-color: Khaki; border-width: small; border-color: black; width: 200px;">
<option value="1" SELECTED>Beispiel 1</option>
<option value="2">Beispiel 2</option>
<option value="3">Beispiel 3</option>
</select>

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5.6.5
Surfer befragen
Die Befragung von Surfern ist ein komplexes Gebiet. Daher stellen wir hier eine kleine Schritt-für-Schritt-Liste vor, die Ihnen zumindest ungefähre Anhaltspunkte geben sollte.
5.6.5.1 Vorgedanken
Ein Webmaster "stolpert" ziemlich oft in Situationen, die nach einer User-Befragung verlangen. Manchmal, ein sehr elementares Problem, weil eben Verkaufs- oder Marketingstrategien optimiert werden müssen. Oder auch nur, um zu erfahren, ob die neue Site-Sektion gut ankommt.
Das Mittel der Wahl ist hier wohl eine Umfrage. Genügend Traffic vorausgesetzt (schließlich braucht man ja auch Surfer, die die Fragen dann beantworten), ist die Umfrage eine ziemlich effiziente und preiswerte Methode.
Daher auch die folgende 5-Punkt-Liste. Wer hier nicht schlampt, sollte mit guten Ergebnissen rechnen können.
5.6.5.2 Planungsphase
Zunächst einmal gilt es, die grundsätzlichen Ziele der Umfrage im Detail zu definieren:
- Wie viele Antworten erwarte ich?
- Sind die Ergebnisse bestimmt für externen oder internen Gebrauch?
- Was genau will ich wissen? Erwarte ich neue Anregungen bzw. Ideen, oder geht es mir darum, konkretes Feedback zu erhalten?
Weiterhin sollte geklärt werden, wer sich um die Auswertung der Umfrageergebnisse kümmert.
Eine richtige Planung zu dieser Phase ist die Voraussetzung, um hinterher die richtigen Fragen stellen zu können.
5.6.5.3 Technische Planung
Sind die generellen Planungen abgeschlossen, so sollten Sie beginnen, sich mit den technischen Details zu beschäftigen.
Es gibt ziemlich viele CGI-Scripts, die Umfragen abwickeln. Eine recht brauchbare Auswahl findet sich beim CGI Resource Index.
Eine Alternative dazu ist Zoomerang. Die Benutzung von Zoomerang ist einfach und erfordert im Gegensatz zu den CGI-Scripts keine technischen Vorkenntnisse. Zoomerang ist kostenlos. Nur in dem Fall, dass eine längere Datenspeicherung (> 30 Tage) gewünscht wird, muss eine Gebühr von 199$ entrichtet werden.
5.6.5.4 Die richtigen Fragen stellen
Wer die richtigen Fragen stellt, wird auch die richtigen Antworten erhalten - leider gilt auch der Umkehrschluss.
Es gilt also, klare und vor allem eindeutige Fragen zu formulieren.
So z.B. ein schlechtes Beispiel:
"Wie oft gehen Sie einkaufen"? Häufig / Manchmal / Selten
Besser wären konkretere Antwortmöglichkeiten:
"Wie oft gehen Sie einkaufen"? Einmal pro Woche / Zweimal pro Woche / Jeden zweiten Tag
Ebenfalls zu vermeiden sind komplizierte Formulierungen:
"Ist es nicht wahr, dass Sie im Grunde keine Hülsenfrüchte mögen?" Ja / Nein
Deutlich besser wäre:
"Mögen Sie Hülsenfrüchte?" Ja / Nein
Achten Sie darauf, eine gewisse Fragekonsistenz beizubehalten. Soll heißen: wenn Sie den Surfern bei einer Frage differenziertere Antwortmöglichkeiten als Ja/Nein geben, dann versuchen Sie, den Surfern solche Antwortmöglichkeiten bei allen Fragen zu geben.
Im Allgemeinen gilt, dass differenzierte Antwortmöglichkeiten im Endeffekt zu genaueren Ergebnissen führen, jedoch auch schwieriger zu beantworten sind.
Vermeiden Sie es auch, zu viele Fragen zu stellen. Hier gilt die Regel "Weniger ist mehr".
5.6.5.5 Die Umfrage starten
Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen - der Launch der Umfrage steht nun kurz bevor.
Bereiten Sie doch vorher noch ein kleines Gewinnspiel für alle teilnehmenden Surfer vor, das erhöht die Motivation der User, überhaupt teilzunehmen - einige weitere Gedanken dazu jedoch unter "Auswertung".
Nun sollte die Umfrage gestartet werden.
Verlinken Sie Ihr Umfrageformular so, dass es jedem Benutzer ins Auge springt. Vermeiden Sie gleichzeitig aber, Ihre Benutzer damit ständig zu nerven. So reicht z.B. eine (und nicht womöglich zehn) Erwähnung der Umfrage in Ihren News.
5.6.5.6 Auswertung
Ist die Umfrage beendet, muss mit der Auswertung der Daten begonnen werden. Wer Zoomerang benutzt, hat es leicht: Auswertungen können problemlos "zusammengeklickt" werden.
Anderenfalls bietet es sich durchaus an, die Daten z.B. in Microsoft Excel zu analysieren. Oder, für echte Profis: ein Statistikprogramm. Hier finden Sie einen Überblick über derzeit auf dem Markt befindliche Statistikprogramme.
Nach dem technischen Teil der Auswertung stehen Sie auch noch vor dem Problem, die Daten interpretieren zu müssen. Dabei stellt sich oft die Frage nach der Ehrlichkeit der Benutzer: davon kann oft nicht ausgegangen werden, wie sich z.B. bei Usability-Tests zeigt.
Oder, ein anderes Problem: liefert die Umfrage repräsentative Ergebnisse? Zunächst einmal sollten Sie auf jeden Fall davon ausgehen, dass dem nicht so ist. Wird z.B. ein hochbeschäftigter Geschäftsmann statistisch häufiger oder seltener an Umfragen teilnehmen als ein sich langweilender Teenager? Die Probleme verschärfen sich, wenn Sie die Umfrage mit einer "Belohnung" koppeln. So z.B. bei Gewinnspielen: welche Benutzergruppen Ihrer Site interessieren sich überhaupt für die Möglichkeit, etwas zu gewinnen? Und wenn Ihre Seite dann noch in Kostenlos-Katalogen wie Geizkragen gelistet wird, haben Sie Umfrageteilnehmer aus Gruppen, die sonst nie auf Ihrer Site auftauchen.
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